Spanische Rippenmolche

Mit bis zu 30cm Länge sind Rippenmolche beeindruckende Pfleglinge, die ein spannendes Verhalten zeigen. Ein Alter von über 19 Jahren ist bei guter Pflege möglich.

Allgemeines

Der Spanische Rippenmolch ist im westlichen und südlichen Teil der Iberischen Halbinsel verbreitet. Es gibt außerdem Vorkommen in Nordwest-Afrika, insbesondere in Marokko.

Als europäische Amphibienart sind Spanische Rippenmolche in Deutschland geschützt. Dies macht es erforderlich, den Besitz dieser Tiere und auch eventuelle Nachzuchten bei der zuständigen Naturschutzbehörde anzumelden.

Ein enger Verwandter des Spanischen Rippenmolchs, der mit etwa 15cm deutlich kleinere Algerische Rippenmolch (Pleurodeles poireti) ist überwiegend in Algerien verbreitet.

Herkunft:Iberische Halbinsel, Marokko
Größe:20-30cm
Lebensraum:Teiche, Tümpel, Seen, Zisternen
Haltung:Ganzjährige Haltung im Aquarium ist problemlos möglich
Temperatur:15-22 Grad, Abkühlung im Winter auf 10-15 Grad. Bei höheren Temperaturen drängt die Art ggf. an Land, dann ist ein Landteil anzubieten
Besonderheit:Die Spanischen Rippenmolche, die in Nordafrika vorkommen, bleiben deutlich kleiner als ihre Artgenossen auf dem europäischen Kontinent

Haltung

Rippenmolche suchen zwar in der Natur auch das Land auf, lassen sich aber problemlos ganzjährig im Aquarium pflegen. Allerdings ist dabei wichtig, die Wassertemperatur zu beachten. Bei Temperaturen bis 22°C fühlen sich die Molche im Wasser wohl. Höhere Temperaturen können den Drang auslösen, an Land zu gehen.

Auch wenn bei idealen Temperaturen kein Landteil benötigt wird, sind Ausstiegsmöglichkeiten in Form von Wurzeln oder Korkstücken dennoch eine sinnvolle Ergänzung der Beckengestaltung.

Für ausgewachsene Rippenmolche ist als Mindestgröße des Beckens 80 x 35 cm anzusetzen. Der Wasserstand sollte zwischen 25 und 35 cm liegen.

Das Becken kann mit Steinen, Wurzeln und Wasserpflanzen strukturiert werden. Auf ausreichend Abstand zum Beckenrand und die Ausbruchssicherheit des Beckens ist unbedingt zu achten, da die Rippenmolche unerwartet gut klettern können.

Eine Filterung über einen Innen- oder Außenfilter sowie eine für die Bepflanzung ausreichende Beleuchtung sind die einzigen nötigen technischen Komponenten.

Um den natürlichen Jahresrythmus zu simulieren, sollte die Wassertemperatur im Winter auf 10-15°C sinken, was in einem kühlen Keller am leichtesten möglich ist.

Ernährung

Um einer Verfettung entgegenzuwirken, sollten ausgewachsene Rippenmolche nur 2mal wöchentlich gefüttert werden. Neben Regenwürmern (Dendrobena) sind insbesondere gefrorene große Rote Mückenlarven („Jumbo“) ein geeignetes Futter. Außerdem ist Fischfilet von Süßwasserfischen geeignet, obwohl es berichte giubt, dass einzelne Molche dieses Futter nicht anrühren. Ergänztr werden kann der Menüplan mit Wasserflöhen, Schwarzen und Weißen Mückenlarven (auch gefroren), Glanzwürmern und Nacktschnecken.

Zucht

Rippenmolche paaren sich im Wasser, die Paarungszeit ist üblicherweise im Winterhalbjahr, und kann durch die Gabe größerer Mengen Frischwasser ausgelöst werden. Das Männchen umklammert teilwiese über Stunden hinweg von unten die Vorderbeine des Weibchens. Typischerweise drückt das Männchen seine Schnauzenspitze an die Kehle des Weibchens. In der Umklammerung schwimmen die Pärchen herum und tauchen auf, um Luft zu schnappen. Nach Abschluss dieser Phase setzt das Männchen sein Samenpaket (Spermatophore) ab und das Weibchen nimmt diese mit seiner Kloake auf. Es erfolgt eine innere Befruchtung, und nach einigen Tagen werden kurze Laichschnüre, Eierklumpen und auch einzelne Eier an Pflanzen und Gegenständen im Wasser abgelegt. Insgesamt sollen bis zu 800 Eier pro Weibchen möglich sein.

Nach ein bis zwei Wochen schlüpfen die Larven, die sich zunächst von den Resten ihres Dottersacks ernähren. Anfänglich werden die Larven mit Kleinkrebsen gefüttert, mit zunehmender Größe sind beispielsweise lebende Glanzwürmer und Mückenlarven gut geeignet. Nach 3-4 Monaten wandeln sich die Larven bei einer Größe von ca. 6-8 cm in Jungmolche um. Die Jungmolche können im Wasser verbleiben, allerdings sollte man ihnen anfangs Möglichkeiten zum Ausstieg aus dem Wasser anbieten.

Jens Crueger

Jens Crueger

Hält und züchtet seit 1994 Molche und Salamander aus Nordamerika und Asien.
Hat 1997 Molche.net gegründet und bis 2002 zur Online-Community rund um Amphibien ausgebaut.
Seit 2001 Mitglied der AG Urodela. Seit 2015 Präsident des Verbandes Deutscher Vereine für Aquarien- und Terrarienkunde.