Mittlere Armmolche

Der Mittlere Armmolch gehört gemeinsam mit dem Großen Armmolch (Siren lacertina) zu einer uralten Gattung. Seit 2,5 Millionen Jahren haben sich diese Arten kaum verändert.

Allgemeines

Jungtier aus Jens Cruegers Erstnachzucht des Mittleren Armmolches

Spannend am Mittleren Armmolch ist neben seinem urtümlich wirkenden Aussehen vor allem sein Brutpflegeverhalten.

Im Jahr 2008 gelang unserem Autor Jens erstmals in Deutschland die Nachzucht dieser Molchart. Ein Jahr zuvor war die Welterstnachzucht in Frankreich gelungen.

Armmolche leben in ihrem natürlichen Habitat (dicht verkrauteten Sümpfen in den USA) derart versteckt, dass erst kürzlich eine weitere Art entdeckt wurde: Siren reticulata.

Herkunft:USA
Größe:Je nach Unterart 38 bis 69 cm Maximalgröße
Lebensraum:Sümpfe und stark verkrautete stehende Gewässer
Haltung:Vollaquatisch mit 20-25cm Wasserstand. Paarweise oder ein Männchen mit mehreren Weibchen pflegen
Temperatur:15-24 °C, im Winter Abkühlung auf 10-15 °C
Besonderheit:Ihren Namen verdanken sie dem Umstand, dass sie nur Vorderarme und keine Hinterbeine besitzen

Haltung

Armmolche werden gut 40cm lang (je nach Unterart auch noch größer!) und verhalten sich in der Paarungszeit territorial, weshalb sie in ausreichend großen Becken gepflegt werden sollten. 120cm Kantenlänge ist für ein Pärchen oder ein Männchen mit zwei Weibchen gut geeignet.

Diese Art lebt vollkommen aquatisch, ein Wasserstand von 25cm ist ideal. Ein Landteil oder eine Ausstiegsmöglichkeit aus dem Wasser sind nicht nötig. Es ist aber wichtig, das Becken ausbruchssicher zu gestalten, denn diese Tiere sind wenig und haben sehr viel Kraft.

Ein verkrautetes Becken kommt ihrem natürlichen, sumpfigen Lebensraum sehr nahe. Javamoos oder Javafarn haben sich beide als geeignet für den Nestbau während der Paarungszeit erwiesen.

Röhren (beispielsweise aus Ton) und Wurzeln zur Strukturierung des Beckens sind wichtig, auch damit sich die Tiere nach Streitereien während der Paarungszeit aus dem Weg gehen können.

Als Bodengrund ist feiner Kies möglich, besser ist aber ein sandiger Boden, in den sich die Tiere mitunter auch eingraben.

Neben der Beleuchtung für die Pflanzen ist ein kleiner Filter sinnvoll, auch wenn der Stoffwechsel dieser Molchart das Wasser kaum belastet.

Auf einen Heizstab kann verzichtet werden, diese Molchart mag im Winter Temperaturen zwischen 10 und 15 °C, und kommt im Sommer mit 15 bis 24 °C gut zurecht.

Galerie

Ernährung

Auf dem Speiseplan stehen diverse Wirbellose und deren Larven (Wasserflöhe, Mückenlarven, Nacktschecken, Tubifex, Glanzwürmer). Sie können lebend oder tiefgefroren gefüttert werden. Ausgewachsene Dendrobena-Würmer sind aufgrund ihrer Größe ebenfalls sehr geeignet. Auch Pellets, die für Axolotl angeboten werden, und Fischfilet von Süßwasserfischen werden gerne angenommen.

Zucht

Das Männchen, das während der Paarungszeit am buckelförmigen Kopf gut zu erkennen ist, baut in Wasserpflanzen ein Nest, in dem das Weibchen die Eier ablegt. Das Männchen bewacht den Laich mehrere Wochen und verbeißt alle Störenfriede. Es ist daher empfehlenswert, in dieser Zeit die übrigen Molche aus dem Becken zu entnehmen und das brutpflegende Männchen alleine zu lassen. Nach dem Schlupf der Larven bewacht das Männchen diese noch ein bis zwei Wochen weiter. Spätestens danach sollten die Larven, die zu diesem Zeitpunkt schon dunkel gefärbt sind, aus dem Becken entnommen und separat aufgezogen werden.

 

Am Anfang sind die Larven recht empfindlich, was die Wasserqualität betrifft. Ein täglicher Teilwasserwechsel im Larvenbecken, der durch Sud aus getrockneten Eichenblättern ausgeglichen wird, hat sich bewährt. Die Ernährung der Larven ist unkompliziert, am Anfang sind Kleinkrebse wie Artemia gut geeignet, später dann haben sich Glanzwürmer als „Powerfood“ erwiesen.

Jens Crueger

Jens Crueger

Hält und züchtet seit 1994 Molche und Salamander aus Nordamerika und Asien.
Hat 1997 Molche.net gegründet und bis 2002 zur Online-Community rund um Amphibien ausgebaut.
Seit 2001 Mitglied der AG Urodela. Seit 2015 Präsident des Verbandes Deutscher Vereine für Aquarien- und Terrarienkunde.