Grünliche Wassermolche

Früher waren Grünliche Wassermolche die im deutschsprachigen Raum im Zoohandel wohl am häufigsten angebotenen Molche. Die Art hat in Nordamerika ein erstaunlich weit reichendes Verbreitungsgebiet.

Allgemeines

Früher waren Grünliche Wassermolche die im deutschsprachigen Raum im Zoohandel wohl am häufigsten angebotenen Molche.

Die Art hat in Nordamerika ein erstaunlich weit reichendes Verbreitungsgebiet.

Es gibt mehrere Unterarten, neben der Nominatform N. v. viridescens sind dies N. v. dorsalis, N. v. louisianensis und N. v. piaropicola.

Ein Leben mit Grünlichen Wassermolchen

Als 10jähriger Schüler hat unser Autor Jens Crueger seine ersten Grünlichen Wassermolche in einem Zooladen gekauft – das war 1994. Noch im selben Jahr legten sie die ersten Eier, die spannende Aufzucht der ersten Jungtiere bleibt eine unvergessene Erinnerung.

2001 hielt Jens dann seinen ersten Molch-Vortrag auf der Tagung der „AG Urodela“ (der Arbeitsgemeinschaft für Molche und Salamander) in Gersfeld. Über: Die Haltung und Zucht Grünlicher Wassermolche.

Bis heute begleitet Jens diese spannende Molchart und er züchtet sie regelmäßig.

Herkunft: Östliches Nordamerika
Größe: 10cm – 14cm
Lebensraum: Stehende und langsam fließende Gewässer
Haltung: Aquarium mit Ausstiegsmöglichkeit
Temperatur: 15-25 Grad Celsius. Im Winter auf 10-15 Grad. Empfindlich gegen zu hohe Temperaturen
Besonderheit: Jungmolche bleiben nach der Metamorphose zwei bis drei Jahre an Land (Red Eft Stadium)

Haltung

Grünliche Wassermolche gehören zu den relativ einfach zu haltenden Arten.
Ein Aquarium von 60x 30x 30cm Kantenlänge reicht für 4 Tiere aus.

Da diese Art sehr aquatisch lebt, kann man auf einen Landteil verzichten, und statt dessen mit Hilfe einer Korkinsel oder mit Wurzelstücken Möglichkeiten zum kurzzeitigen Ausstieg aus dem Wasser schaffen. Ein Wasserstand von 15 cm funktioniert gut, jedoch zeigen die Tiere erst bei höherem Wasserstand (25-30cm) ihre Neigung zum eleganten Schwimmen im freien Wasser.

Als Bodengrund gibt man eine Schicht gewaschenen Kies oder Sand in das Becken. Als Wasserpflanzen eignen sich Wasserpest und Hornkraut. Ein Paar größere Kieselsteine und Wurzelstücke sorgen zudem für Versteckplätze..

Neben der Beleuchtung für die Pflanzen ist ein kleiner Filter sinnvoll, auch wenn der Stoffwechsel dieser Molchart das Wasser kaum belastet. Auf einen Heizstab kann in der Regel verzichtet werden, diese Molchart mag im Winter Temperaturen um 14 Grad oder noch darunter, und kommt im Sommer mit 25 Grad perfekt zurecht.

Falls die Tiere beständig an Land drängen sollten, kann man Ihnen ein Aqua-Terrarium bzw. Paludarium anbieten. Der Landteil wird dann mit Moospolstern belegt, Rindenstücke dienen als Versteckplätze, ein rauhkantiger Stein hilft den Tieren, ihre alte Haut abzustreifen.

Galerie

Ernährung

Auf dem Speiseplan stehen diverse Wirbellose und deren Larven (Wasserflöhe, Mückenlarven, Nachtschecken, Tubifex, Glanzwürmer). Sie können lebend oder tiefgefroren gefüttert werden.

Überwinterung

Entsprechend ihres Lebensraumes in den gemäßigten bis subtropischen Breiten der USA ist eine Abkühlung im Winter anzustreben, die mit einer Überwinterung einhergeht.

Für diese Überwinterung bei ca. 10 Grad Celsius richtet man den Molchen eine „Überwinterungskiste“ her. Vor der geplanten Überwinterung sollte man die Tiere einige Wochen lang fasten lassen, damit sich ihr Darm vollständig leert und der Darminhalt nicht während der Überwinterung zu faulen beginnt.

Alte Styroporboxen eignen sich hierfür besonders, da dieses Material sehr schön isoliert. Nachdem man eine einige Zentimeter hohe Drainageschicht aus Kies eingefüllt hat, befüllt man die Box auf der einen Hälfte mit Laubwaldboden, auf der anderen mit Lehm, welcher immer noch gerade so feucht sein sollte, daß er sich bearbeiten läßt, nicht trockener und nicht feuchter.

In beide Substrate formt man Vertiefungen, und legt darauf flache Steine, so dass daraus Höhlen entstehen, die nur einen kleinen Eingang haben, durch den die Molche jedoch ohne weiteres passen müssen! Eine Flache Wasserschale vervollkommnet die Einrichtung.

Diese Box platziert man an einem kühlen Ort, etwa im nicht beheizten Keller, für etwa 1,5 Monate. In dieser Zeit werden die Tiere nicht gefüttert, sie haben ihren Stoffwechsel stark heruntergefahren und kommen daher problemlos über diese Zeit.

Zucht

Nach der Überwinterung trennt man die Tiere voneinander, und nach ungefähr drei Wochen setzt man sie wieder zusammen. Dadurch erzeugt man einen Gefühlstau bei den Tieren, und sie beginnen danach sofort mit der Paarung. Das Männchen umklammert dabei das Weibchen im Nacken, und wedelt dem Weibchen mit dem Schwanz Duftstoffe zu. Diese Umklammerung kann mehrere Stunden dauern. Am Schluss löst das Männchen die Umklammerung und setzt auf dem Boden ein Samenpaket, die sogenannte Spermatophore ab, welche das Weibchen mit der Kloake aufnimmt.

Diese Samen befruchten innerlich die Eier, und nach ungefähr 14 Tagen findet man dann die ersten kleinen Eier einzeln an Wasserpflanzen klebend. Man sollte die Eier aus dem Becken nehmen, denn die Alttiere fressen sie gerne.

Nach weiteren ein- bis zwei Wochen schlüpfen die Larven, die man mit Kleinkrebsen und später mit Mückenlarven, Glanzwürmern, Tubifex und Wasserflöhen füttert. Mit ungefähr drei Monaten verlieren die Larven ihre Kiemen und gehen an Land.

Man pflegt die Jungmolche dann als Landgänger in einer Waldterrarium bzw. einer Waldbox. Es reicht eine kleine Wasserschale, da die Jungen zunächst für zwei Jahre nicht mehr ins Wasser gehen werden. In dieser Zeit durchlaufen sie das sogenannte „Rotmolchstadium“ („Red Eft Stadium“), in der ihre Haut eine rötliche Färbung besitzt. Nach Abschluss dieser Phase nach zwei bis drei Jahren gehen die Molche dann ins Wasser und bleiben dort.

Jens Crueger

Jens Crueger

Hält und züchtet seit 1994 Molche und Salamander aus Nordamerika und Asien.
Hat 1997 Molche.net gegründet und bis 2002 zur Online-Community rund um Amphibien ausgebaut.
Seit 2001 Mitglied der AG Urodela. Seit 2015 Präsident des Verbandes Deutscher Vereine für Aquarien- und Terrarienkunde.