Schwertschwanzmolche

Die Feuerbauchmolche der Gattungen Cynops und Hypselotriton sind seit langem sehr beliebte Pfleglinge in Aquarien und Aquaterrarien. Der Schwertschwanzmolch (Cynops ensicauda) ist der imposanteste bei uns gepflegte Vertreter dieser Gattungen.

Allgemeines

Die größeren Weibchen erreichen locker 16cm Körperlänge, ein weibliches Tier bei unserem Autor Jens brachte es sogar auf stattliche 19,7 cm.

Insbesondere mit seiner prachtvoll gefärbten Unterart Cynops ensicauda popei ist der Schwertschwanzmolch ein sehr attraktiver Pflegling. Obendrein ist er mit seinem Temperaturbedürfnis perfekt für ein Wohnzimmeraquarium (natürlich als Art-Becken ohne weitere Mitbewohner!) geeignet.

Herkunft:Japanische Ryūkyū-Inselgruppe
Größe: 15-16cm, maximal 19-20cm
Lebensraum:Stehende Gewässer, Tümpel, Gräben, Reissümpfe
Haltung:Kann ganzjährig im Aquarium gepflegt werden (Ausstiegsmöglichkeit stets anbieten!)
Temperatur:22 bis 24 °C. Im Winter 15 bis 19 °C.
Besonderheit:Seine Temperaturbedürfnisse passen gut zum klassischen „Wohnzimmerbecken“

Haltung

Schwertschwanzmolche können gut vollaquatisch gepflegt werden, jedoch sollte man ihnen stets eine Möglichkeit zum Ausstieg aus dem Wasser anbieten. Dafür eignen sich beispielsweise schwimmende Inseln aus Korkrinde oder größere Wurzeln, die aus dem Wasser ragen. Angesichts ihrer Größe ist ein Aquarium mit 100cm Kantenlänge ratsam, sowie ein relativ hoher Wasserstand von 25 bis 40cm.

Die Tiere mögen dicht verkrautete Becken, wofür sich Hornkraut und Wasserpest als Bepflanzung anbieten.

Die Temperaturen liegen im Idealbereich bei 22 bis 24 °C und damit im Vergleich zu vielen anderen Schwanzlurchen vergleichsweise hoch. Dies macht Schwertschwanzmolche zu besonders geeigneten Bewohnern für ein Wohnzimmeraquarium. Temperaturspitzen von 26 Grad werden ohne weiteres toleriert. In der kalten Jahreszeit sind Werte zwischen 15 und 19 °C ratsam.

Ein schwacher Innenfilter genügt völlig, auf einen Heizstab kann bei guter Platzwahl für das Aquarium verzichtet werden. Die künstliche Beleuchtung muss lediglich den Lichtbedarf der Wasserpflanzen decken, der Tag-Nacht-Rhythmus kann auch über ein Zimmerfenster gewährleistet werden.

Galerie

Ernährung

Auf dem Speiseplan stehen diverse Wirbellose und deren Larven (Wasserflöhe, Mückenlarven, Nachtschecken, Tubifex, Glanzwürmer). Sie können lebend oder tiefgefroren gefüttert werden.

Zucht

Die Männchen stellen sich bei der Paarung vor die Weibchen und fächeln ihnen mit dem Schwanz Duftstoffe zu. War das Männchen mit seinem Werben erfolgreich, setzt es vor dem Weibchen ein Samenpaket ab, das vom Weibchen mit der Kloake aufgenommen wird. Nach der inneren Befruchtung legen die Weibchen die Eier einzeln an Wasserpflanzen ab. Dabei falten sie die Eier sorgsam mit ihren Hinterbeinen in die Blätter ein, was den Eiern einen gewissen Schutz vor Fressfeinden – auch vor den eigenen Elterntieren! – bietet.

Man sollte die Eier jedoch rasch aus dem Becken nehmen und in ein kleines Aufzuchtgefäß überführen, denn die Alttiere fressen sie sonst sehr gerne. Nach etwa drei Wochen schlüpfen die Larven, die man mit Kleinkrebsen und später mit Mückenlarven, Glanzwürmern, Tubifex und Wasserflöhen füttert. Mit ungefähr drei Monaten verlieren die Larven ihre Kiemen und gehen an Land.

Die Jungmolche werden dann als Landgänger in einem Waldterrarium bzw. einer Waldbox gepflegt. Es reicht eine kleine, flache Wasserschale, da sie zunächst nicht ins Wasser gehen werden. Die behutsame Rückgewöhnung ans Wasser kann frühstens nach einem halben bis einem Jahr passieren. Alternativ verläuft die Aufzucht weiter im Terrarium, bis die Jungmolche nach etwa zwei bis drei Jahren von sich aus zurück ins Wasser streben.

Jens Crueger

Jens Crueger

Hält und züchtet seit 1994 Molche und Salamander aus Nordamerika und Asien.
Hat 1997 Molche.net gegründet und bis 2002 zur Online-Community rund um Amphibien ausgebaut.
Seit 2001 Mitglied der AG Urodela. Seit 2015 Präsident des Verbandes Deutscher Vereine für Aquarien- und Terrarienkunde.